Ahne musste im Jahre 1968 quasi gezwungen werden, aus dem Schoß seiner Mutter zu kriechen. Seine ersten Worte waren: »nein« und »warum«. Lange Haare bis 15, danach kurze Haare. Mit 21 gründete er das ›Neue Forum‹ und stürzte die SED-Regierung, dann probierte er dasselbe in der BRD, scheiterte aber durch Verrat (und weil keine SED existierte). Es folgten ausgedehnte Studien der eigenen vier Wände, intensive Nabelschau, Alkoholmissbrauch. 1994 schrieb er einen Brief an seine Oma, avancierte anschließend zu einem der angesehensten Schriftsteller Europas und stampfte die »Reformbühne Heim & Welt« aus dem Boden, welches als Geburtsstunde der modernen Literatur (Lesebühnen, Poetry Slam, Prager Frühling) in die Geschichte einging. Tourneen durch die ganze Welt, Preise über Preise und ein wahrhaft süßes Leben sind der Lohn. Ahne trägt Kleidung aus seinem Schrank.
'Am Olymp ist noch Platz – Ahne liest, singt und trinkt'
Für sein Programm 'Am Olymp ist noch Platz – Ahne liest, singt und trinkt' wendet sich das ewige Multitalent Ahne der Antike zu. Ein bisschen. Eigentlich gar nicht. Er spielt nur damit, hofft, dass die Bude voll wird, um seinen Kumpel Gott nicht zu enttäuschen, mit dem er live Gespräche führen will, über die wichtigen Themen, also Freiheit, Frieden oder wie die Jugend das Klimpern wieder für sich entdecken soll, wenn das Bargeld abgeschafft wird. Außerdem gibt es Stullen, wenn das Publikum welche mitbringt, aktuelle Texte, mutige Schlager und Bier. Im Anschluss an die Show gehen wir nach Hause.
Für sein neues Programm hat sich Ahne mal in einen Jazzsänger hineinversetzt, der
nicht mehr weiß, ob das überhaupt noch Jazz ist, was er da macht. Kein einziges
Instrument kommt zum Einsatz, die Texte werden vom Blatt abgelesen und wenn er
singt, erinnert das eher an eine Mischung aus Kinderlied und Punk. Aber die
Improvisation und der Anspruch? Im weitesten Sinne könnte es sich schon noch um
Jazz handeln. Ein Abend voller Wissenschaft, Politik und Quatsch, mit einer Pause
und Gott.